Während des Hurrikans "Irma" gestrandete Schiffe an der Küste der britischen Virgin Islands | Bildquelle: dpa

Naturkatastrophen 2017 Für Versicherungen das teuerste Jahr

Stand: 04.01.2018 13:40 Uhr

Wirbelstürme, Gewitter, Starkregen: Nicht weniger als 135 Milliarden US-Dollar mussten Versicherungen 2017 für Schäden durch Naturkatastrophen zahlen. Das ist ein Rekord. Ist der Klimawandel die Ursache? Wissenschaftler sehen dafür zumindest klare Indizien.

Für die Versicherungen war 2017 das teuerste Jahr der Geschichte: Hurrikans und andere Naturkatastrophen kosteten die Branche weltweit rund 135 Milliarden Dollar - mehr als je zuvor. Das geht aus einer Untersuchung hervor, die die Munich Re veröffentlichte. Hauptursache waren die schweren Wirbelstürme "Harvey", "Irma" und "Maria", die im Herbst die Karibik und die US-Ostküste trafen.

Einschließlich der nicht von Versicherungen abgedeckten Schäden schlugen Naturkatastrophen 2017 sogar mit 330 Milliarden Dollar zu Buche. In dieser Hinsicht war das Jahr 2011 sogar noch teurer, als ein Seebeben und der folgende Tsunami in Japan die Gesamtschäden auf 354 Milliarden Dollar hochtrieben und die Atomkatastrophe von Fukushima verursachten.

Milliardenschäden durch Unwetter
tagesschau 12:00 Uhr, 04.01.2018, Manuela Roppert, BR

Download der Videodatei

Wir bieten dieses Video in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Videodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Video einbetten

Nutzungsbedingungen Embedding Tagesschau: Durch Anklicken des Punktes „Einverstanden“ erkennt der Nutzer die vorliegenden AGB an. Damit wird dem Nutzer die Möglichkeit eingeräumt, unentgeltlich und nicht-exklusiv die Nutzung des tagesschau.de Video Players zum Embedding im eigenen Angebot. Der Nutzer erkennt ausdrücklich die freie redaktionelle Verantwortung für die bereitgestellten Inhalte der Tagesschau an und wird diese daher unverändert und in voller Länge nur im Rahmen der beantragten Nutzung verwenden. Der Nutzer darf insbesondere das Logo des NDR und der Tageschau im NDR Video Player nicht verändern. Darüber hinaus bedarf die Nutzung von Logos, Marken oder sonstigen Zeichen des NDR der vorherigen Zustimmung durch den NDR.
Der Nutzer garantiert, dass das überlassene Angebot werbefrei abgespielt bzw. dargestellt wird. Sofern der Nutzer Werbung im Umfeld des Videoplayers im eigenen Online-Auftritt präsentiert, ist diese so zu gestalten, dass zwischen dem NDR Video Player und den Werbeaussagen inhaltlich weder unmittelbar noch mittelbar ein Bezug hergestellt werden kann. Insbesondere ist es nicht gestattet, das überlassene Programmangebot durch Werbung zu unterbrechen oder sonstige online-typische Werbeformen zu verwenden, etwa durch Pre-Roll- oder Post-Roll-Darstellungen, Splitscreen oder Overlay. Der Video Player wird durch den Nutzer unverschlüsselt verfügbar gemacht. Der Nutzer wird von Dritten kein Entgelt für die Nutzung des NDR Video Players erheben. Vom Nutzer eingesetzte Digital Rights Managementsysteme dürfen nicht angewendet werden. Der Nutzer ist für die Einbindung der Inhalte der Tagesschau in seinem Online-Auftritt selbst verantwortlich.
Der Nutzer wird die eventuell notwendigen Rechte von den Verwertungsgesellschaften direkt lizenzieren und stellt den NDR von einer eventuellen Inanspruchnahme durch die Verwertungsgesellschaften bezüglich der Zugänglichmachung im Rahmen des Online-Auftritts frei oder wird dem NDR eventuell entstehende Kosten erstatten
Das Recht zur Widerrufung dieser Nutzungserlaubnis liegt insbesondere dann vor, wenn der Nutzer gegen die Vorgaben dieser AGB verstößt. Unabhängig davon endet die Nutzungsbefugnis für ein Video, wenn es der NDR aus rechtlichen (insbesondere urheber-, medien- oder presserechtlichen) Gründen nicht weiter zur Verbreitung bringen kann. In diesen Fällen wird der NDR das Angebot ohne Vorankündigung offline stellen. Dem Nutzer ist die Nutzung des entsprechenden Angebotes ab diesem Zeitpunkt untersagt. Der NDR kann die vorliegenden AGB nach Vorankündigung jederzeit ändern. Sie werden Bestandteil der Nutzungsbefugnis, wenn der Nutzer den geänderten AGB zustimmt.

Einverstanden

Zum einbetten einfach den HTML-Code kopieren und auf ihrer Seite einfügen.

Indizien für den Klimawandel?

Die Klima-Fachleute des weltgrößten Rückversicherers sehen in den Naturkatastrophendaten der vergangenen Jahrzehnte zwar keinen Beweis, aber doch starke Indizien für die Auswirkungen des Klimawandels: Ungewöhnlich hohe Naturkatastrophenschäden häuften sich. Zu diesen Indizien zählten auch die in den vergangenen Jahrzehnten verstärkt auftretenden schweren Unwetter in Teilen Europas und der USA: Gewitter, Starkregen, Hagel, Tornados.

So brachte "Harvey" Ende August um Houston Regenfälle, wie sie sich statistisch gesehen bisher seltener als einmal in tausend Jahren ereigneten. Mit einem Gesamtschaden von rund 85 Milliarden Dollar war "Harvey" deshalb die teuerste Naturkatastrophe 2017.

"Vorgeschmack auf die Zukunft"

Munich-Re-Vorstand Torsten Jeworrek geht nach eigenen Worten davon aus, dass diese Wetterkatastrophen "einen Vorgeschmack auf die Zukunft" geben: "Unsere Experten erwarten künftig häufiger solche extremen Ereignisse." Das Münchner Unternehmen betreibt eine eigene Naturkatastrophen-Datenbank und analysiert Georisiken.

In den historischen Daten der Münchner Rück gibt es nur drei Jahre, in denen die versicherten Schäden inflationsbereinigt mit über 100 Milliarden Dollar zu Buche schlugen - und diese sämtlich innerhalb der vergangenen 13 Jahre. "Vor 2005 gab es kein Jahr, in dem wir auch nur annähernd an 100 Milliarden herangekommen wären", sagte Munich-Re-Klimaexperte und Geophysiker Ernst Rauch.

"Entwicklungsländer immer wieder zurückgeworfen"

Die volkswirtschaftlich verheerendsten Folgen verursachen Naturkatastrophen aber laut Munich Re nicht in den Industriestaaten, sondern in Entwicklungsländern, wo vergleichsweise wenige Schäden von Versicherungen abgedeckt sind. "Diese Staaten werden in ihrer Entwicklung immer wieder zurückgeworfen", sagte Rauch.

Ein Lichtblick ist, dass die Zahl der von Stürmen verursachten Todesopfer in vielen Ländern stark abgenommen hat. Rauch hob Bangladesch hervor, wo noch im Jahr 1991 ein Zyklon verheerende Überschwemmungen verursacht und mehr 100.000 Tote gefordert hatte. Dort seien landesweit Schutzräume auf Stelzen gebaut worden, die die Menschen vor dem Ertrinken retteten.

Unterdurchschnittliche Schäden in Deutschland

In Deutschland verursachten Naturereignisse laut einer Berechnung des Gesamtverbands der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) unterdurchschnittliche Schäden von zwei Milliarden Euro. Demnach gab es nur wenige, regional begrenzte Unwetter. Dennoch seien schwerste Regenfällen innerhalb kürzester Zeit inzwischen nichts Ungewöhnliches mehr, sagte GDV-Präsident Wolfgang Weiler.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 04. Januar 2018 um 12:00 Uhr auf tagesschau24.

Darstellung: