Werbung für den Pullover von der Modekette H&M | Bildquelle: dpa

Nach Rassismusvorwürfen H&M entschuldigt sich für Pulli-Werbung

Stand: 09.01.2018 15:16 Uhr

Ein schwarzer Junge, der einen Pulli mit der Aufschrift "coolster Affe im Dschungel" trägt - dieses Werbefoto hat dem Modekonzern H&M Rassismusvorwürfe und einen Shitstorm im Internet eingehandelt. Nun entschuldigte sich das Unternehmen und entfernte das Foto.

Die schwedische Modekette H&M hat mit einer als rassistisch empfundenen Werbung für Empörung gesorgt. Auf der Website des Labels war ein kleiner schwarzer Junge in einem grünen Kapuzen-Pulli abgebildet, der den Schriftzug "Coolest Monkey in the Jungle" (Coolster Affe im Urwald) zeigte.

Die Firma teilte nun mit, dass das Bild "jetzt aus allen H&M-Kanälen entfernt worden" sei und sie sich "aufrichtig bei jedem" entschuldige, "den dies beleidigt haben könnte".

Bloggerin machte auf Werbung aufmerksam

Ins Rollen gebracht hatte den Fall die Bloggerin Stephanie Yeboah. Sie hatte am Wochenende auf Twitter geschrieben: "Wessen Idee war das bei @hm, diesen kleinen schwarzen Jungen zu zeigen, der einen Pullover mit der Zeile 'coolest monkey in the jungle' trägt?" Es sei doch hinlänglich bekannt, dass "Affe" eine verbreitete "rassistische Verunglimpfung" für Schwarze sei.

Stephanie Yeboah @NerdAboutTown
Whose idea was it at @hm to have this little sweet black boy wear a jumper that says ‘coolest monkey in the jungle’? I mean. What. https://t.co/6AJfMdQS4L

The Weeknd beendet Zusammenarbeit

Der kanadische Sänger The Weeknd, der eine Kollektion bei dem schwedischen Modehaus hat, beendete wegen des Fotos die Zusammenarbeit mit H&M. Er sei von dem Foto "geschockt und betreten" gewesen, teilte der Sänger auf Twitter mit. "Ich bin tief verletzt und werde nicht mehr mit @hm arbeiten" schrieb The Weeknd.

Sprecher des Sängers bestätigten, dieser würde seine Geschäftsbeziehungen mit dem Unternehmen beenden. H&M erklärte, die Reaktion sei nachvollziehbar.

Damit beginnt das neue Jahr für H&M genau so, wie das alte aufgehört hat: nämlich mit Negativ-Schlagzeilen. Ende 2017 waren deutliche Umsatzeinbußen im letzten Quartal bekannt geworden. Der Konzern hatte daraufhin die Schließung von Filialen im In- und Ausland und den Ausbau des offenbar jahrelang vernachlässigten Onlinegeschäftes angekündigt. Kurz zuvor hatten Medien auch über die Praxis bei H&M berichtet, tonnenweise angeblich beschädigte oder mit Schadstoffen belastete Neuware in Schweden und Dänemark verbrennen zu lassen.

Mit Informationen von Carsten Schmiester, ARD-Studio Stockholm

Über dieses Thema berichtete Brisant am 09. Januar 2018 um 17:15 Uhr.

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