Ein Fahrzeug der Vereinten Nationen mit OPCW-Experten an Bord wird in Damaskus untersucht. | Bildquelle: REUTERS

Chemiewaffenexperten in Syrien OPCW-Team hat keinen Zugang zu Duma

Stand: 16.04.2018 15:31 Uhr

Unabhängige internationale Experten der OPCW sollen in Syrien untersuchen, ob es einen Chemiewaffenangriff gegeben hat. Doch die Ermittler können ihrer Arbeit nicht nachgehen.

Das Ermittler-Team der Organisation für ein Verbot der Chemiewaffen (OPCW) hat noch keinen Zugang zum Ort eines mutmaßlichen Chemiewaffenangriffs in Syrien. Über die Gründe gibt es unterschiedliche Angaben. Westliche Diplomaten erklärten zunächst, Syrien und Russland hätten die Experten nicht nach Duma gelassen. Nun heißt es, die beiden Länder hätten keine Garantie für die Sicherheit des OPCW-Teams gegeben.

Moskau dementierte den Vorwurf, den Experten den Zugang verwehrt zu haben. "Das ist eine weitere Erfindung der Briten", sagte der stellvertretende russische Außenminister Sergej Rjabkow. Die OPCW-Experten hätten ihre Untersuchungen wegen der Raketenangriffe der USA, Großbritanniens und Frankreichs bislang nicht aufnehmen können. "Die Folgen der illegalen und rechtswidrigen Handlungen verhindern das", sagte Rjabkow. Die Reise sei gescheitert, weil die Sicherheitsabteilung des UN-Sekretariats sie nicht genehmigt habe.

Stefan Maier, ARD Kairo, zur Verzögerung der OPCW-Untersuchungen
tagesschau 17:00 Uhr, 16.04.2018

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Russen und Briten beschuldigen sich gegenseitig

Großbritannien wirft Russland vor, die Arbeit des OPCW-Teams zu blockieren. "Seit 2016 will Russland jede OPCW-Ermittlung zu Vorwürfen gegen das (syrische) Regime wegen des Einsatzes von Chemiewaffen untergraben", sagte der britische Botschafter Peter Wilson in Den Haag. Diplomaten aus 41 Ländern sind dort zu einer OPCW-Sitzung zusammen gekommen - es ist das erste internationale Treffen nach dem Raketenangriff führender Westmächte auf Ziele in Syrien.

Das Team der internationalen Chemiewaffenexperten ist am Samstag in Damaskus eingetroffen, kann laut OPCW aber nicht weiterreisen. Russland und die syrische Regierung hatten vor wenigen Tagen den Besuch der Ermittler noch willkommen geheißen. Sie erneuerten ihre Kooperationsbereitschaft.

Sitz der OPCW in Den Haag | Bildquelle: Lex van Lieshout/EPA-EFE/REX/Shu
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Am Sitz der OPCW in Den Haag sind Diplomaten aus 41 Ländern zu einem Treffen zusammen gekommen.

Syrien und Russland betonen Kooperationsbereitschaft

Der stellvertretende syrische Außenminister Faissal Mekdad sagte, sein Land sei "vollkommen bereit", mit OPCW-Team zusammenzuarbeiten. Vertreter der Regierung hätten sich einige Male mit der OPCW-Delegation getroffen, um über eine Kooperation zu sprechen. Auch die russische Botschaft in den Niederlanden erklärte, Russland stehe nach wie vor zu seinem Bekenntnis, die OPCW ihre Arbeit in Syrien machen zu lassen. Moskau bekenne sich dazu, die Sicherheit der Mission zu gewährleisten, und garantiere, sich nicht in die Arbeit einzumischen.

OPCW-Team sitzt in Damaskus fest

Das Team der in Den Haag ansässigen Organisation ist in Syrien, um den vermuteten Giftgasangriff in Duma zu untersuchen, bei dem mindestens 40 Menschen getötet worden sein sollen. Es traf einen Tag vor dem Militärschlag der USA, Großbritanniens und Frankreichs auf syrische Chemiewaffeneinrichtungen in Damaskus ein.

Bis zum Wochenende war Duma die letzte Stadt nahe Damaskus unter Kontrolle von Rebellen gewesen. Mittlerweile befindet sie sich wieder unter Regierungskontrolle.

Russische Militärpolizisten stehen neben Militärfahrzeugen in der Nähe der Stadt Duma. | Bildquelle: dpa
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Russische Militärpolizisten kontrollieren das Gebiet in der Nähe der syrischen Stadt Duma.

Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 16. April 2018 um 15:00 Uhr.

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