Screenshot amazon.com | Bildquelle: amazon.com

Buch über Zweiten Weltkrieg "Fire and Fury"-Namensvetter wird Bestseller

Stand: 09.01.2018 20:27 Uhr

Vor Jahren veröffentlichte der Historiker Hansen ein Buch über das Leid der deutschen Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs. Der Titel: "Fire and Fury". Dank der gleichnamigen Trump-Enthüllungen stürmt Hansens Buch gerade die Bestsellerlisten.

In den Vereinigten Staaten sorgt gerade Michael Wolffs Enthüllungsbuch "Fire and Fury: Inside the Trump White House" über US-Präsident Donald Trump für Wirbel. Ganz unerwartet profitiert von dem Hype auch der Historiker und Politologe Randall Hansen. Vor neun Jahren veröffentlichte der gebürtige Brite ein Buch über den Zweiten Weltkrieg mit dem Titel: "Fire and Fury: The Allied Bombing of Germany 1942-1945". Seit der Veröffentlichung des Buchs über Trumps erste Monate im Weißen Haus schnellen auch Hansens Verkäufe in die Höhe.

Exakte Verkaufszahlen könne er noch nicht nennen, sagte der Historiker Hansen dem "Handelsblatt". Aber allein am Tag der Veröffentlichung der Trump-Enthüllungen sei auch sein Buch auf drei Bestsellerlisten der Verkaufsplattform Amazon in die Höhe geschossen. Kurz danach veröffentlichte Hansen einen Tweet zu dem ungeahnten Erfolg, der inzwischen tausendfach geteilt und geliked wurde.

Weltkriegsanalyse statt Politik-Enthüllungen

Hansen beschäftigt sich in seinem Buch mit den Auswirkungen der britischen und amerikanischen Luftangriffe auf die deutsche Zivilbevölkerung während des Zweiten Weltkriegs. Es hat nicht im Entferntesten mit Wolffs Enthüllungsbuch über Trump zu tun. Den unerwarteten Erfolg seines Geschichtsbuchs kann Hansen nicht erklären. Er hoffe vielmehr, so Hansen im "Handelsblatt", dass die Mehrheit der Käufer sein Buch aus Interesse bestellt habe und vorher nichts von der Existenz gewusst habe. "Ein paar Leser haben mir jedenfalls genau dieses Feedback gegeben. Einige Leute haben aber sicherlich schlichtweg das falsche Buch gekauft - womöglich wird es Retouren geben."

"Nie gedacht, dass ich Trump Gefallen schulde"

Er habe selbst niemals gedacht, dass er Präsident Trump einmal einen Gefallen schulde, so Hansen im Interview mit dem "Handelsblatt". In seinem Tweet fragt Hansen, ob er Bannon und Trump nun Tantiemen schulde. "Ich würde Herrn Wolff außerdem höflich klar machen, dass er doch schon genug Geld mit seinem Buch verdient", erklärt er im "Handelsblatt"-Interview weiter. "Und es würde mir eine gewisse Genugtuung verschaffen, Herrn Trump und Herrn Bannon einmal ins Gesicht zu sagen, dass sie zur Hölle fahren können."

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 11. Januar 2018 in den Nachrichten.

Darstellung: