Farid Bang und Kollegah | Bildquelle: dpa

Musikpreis verliehen Kritik an Echo-Auszeichnung für Rapper

Stand: 13.04.2018 01:46 Uhr

Die Auszeichnung von zwei Rappern mit dem Echo-Musikpreis hat für scharfe Kritik gesorgt. Musiker und Politiker werfen Farid Bang und Kollegah Antisemitismus vor.

Die umstrittenen Rapper Kollegah und Farid Bang haben den Echo in der Kategorie Hip-Hop/Urban National gewonnen - nach einer Debatte über ihre als antisemtisch kritisierten Texte. Im Zentrum der Kritik steht die Textzeile "Mein Körper definierter als von Auschwitzinsassen". Bei der Preisübergabe gab es laute Buh-Rufe und Pfiffe aus dem Publikum.

"Moralische Schmerzgrenze erreicht?"

Der Toten-Hosen-Sänger Campino sprach die Kritik, die auch viele seiner Musikerkollegen bereits im Vorfeld geäußert hatten, auf der Bühne vor laufenden Kameras aus. Provokationen könnten konstruktiv sein, sagte er in seiner Dankesrede. Für ihn sei die Grenze der Toleranz aber überschritten, "wenn es um frauenverachtende, homophobe, rechtsextreme und antisemitische Beleidigungen geht", sagt er. Dafür erntete er großen Applaus und stehende Ovationen im Publikum. "Wann ist die moralische Schmerzgrenze erreicht?", fragt Campino weiter.

Ähnlich äußerte sich Peter Maffay: "Dass ausgerechnet am 12. April, dem Holocaust-Gedenktag in Israel, die Echo-Verleihung von dieser Nominierung überschattet wird, ist makaber und beschämend".

Campino von den Toten Hosen beim Echo | Bildquelle: AFP
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Campino - der mit seinen "Toten Hosen" den Preis in der Kategorie "Rock National" bekam - kritisierte die Rapper bei seiner Dankesrede.

"Geschichtsvergessene Geschmacklosigkeiten"

Die frühere Vorsitzende des Zentralrats der Juden in Deutschland, Charlotte Knobloch, zeigte sich empört. Es sei "ein verheerendes Zeichen", den wichtigsten deutschen Musikpreis an "vermeintliche Künstler" zu verleihen, die ein gesellschaftliches Klima bedienen, in dem Antisemitismus offenbar wieder normal sei, so Knobloch. Sie sagte "geschichtsvergessene Geschmacklosigkeiten und antijüdische Vorurteile sind keine Kunst, müssen geächtet und konsequent aus dem öffentlichen Raum verbannt werden". Es dürfe sich niemand wundern, dass "Jude" in Klassenzimmern wieder Schimpfwort sei und jüdische Menschen alltäglich Opfer von Diffamierung und Aggression würden.

Preise für Fonsi und Fischer

Die Debatte überschattete die Preisverleihung und die Auftritte der anderen Künstler - obwohl viele internationale Stars zur Echo-Gala nach Berlin kamen. Neben dem Latino-Star Luis Fonsi trat auch überraschend Helene Fischer auf, die ihren 17. Preis gewann. Der bislang immer nur nominierte Mark Forster holte seinen ersten Preis als Künstler Pop National.

Udo Grätz, WDR, kommentiert die Antisemitismus-Vorwürfe gegen Rapper Kollegah
tagesthemen 22:15 Uhr, 12.04.2018

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Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 12. April 2018 um 22:15 Uhr.

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