Eine Wildsau mit Frischlingen | Bildquelle: dpa

Sorge vor Afrikanischer Schweinepest Bauern fordern Tötung von Wildschweinen

Stand: 12.01.2018 04:13 Uhr

Die Afrikanische Schweinepest kommt offenbar immer näher - aus Sorge, das Virus könnte bald auch Deutschland erreichen, will der Bauernverband 70 Prozent der Wildschweine vorsorglich abschießen lassen. Denn für die Landwirtschaft stehen Milliarden auf dem Spiel.

Zur Vorbeugung gegen die Afrikanische Schweinepest fordert der Bauernverband den Abschuss von 70 Prozent der Wildschweine in Deutschland. Auch die Tötung von Muttertieren und Frischlingen müsse erlaubt werden, sagte der Vizepräsident des Bauernverbandes, Werner Schwarz, der "Rheinischen Post". Das Leid der Tiere bei einer Jagd sei deutlich geringer als durch die Pest. Zudem werde kein Jäger "das Muttertier erlegen und die Frischlinge laufen lassen". Schwarz gestand ein, dass der massenhafte Anbau von Mais für Biogasanlagen dazu geführt habe, dass Wildschweine mehr Nahrung und Verstecke fänden.

Agrarminister Christian Schmidt (CSU) stimmte dem zu. "Eine intelligente Reduzierung des Wildschweinbestandes spielt eine zentrale Rolle bei der Prävention", sagte Schmidt. Um das Ziel der Bestandsreduzierung zu erreichen, müssten auch die Schonzeiten für Wildschweine aufgehoben werden.

Katastrophale wirtschaftliche Folgen befürchtet

Bauernpräsident Joachim Rukwied warnte, ein Ausbruch der Afrikanischen Schweinepest in Deutschland würde "katastrophale Folgen" für die Schweinehalter haben. "Die Märkte würden zusammenbrechen", sagte er der "Heilbronner Stimme". Deshalb müssten "alle Abwehrmaßnahmen gegen die Tierseuche ergriffen werden".

Die Tierseuche breitet sich seit einigen Jahren über Russland und das Baltikum in Richtung Westeuropa aus. Für Menschen ist sie nicht ansteckend. Allerdings fürchtet die Landwirtschaft Milliardenschäden für den Sektor und eine Existenzkrise für viele Unternehmen, sollte es das Virus bis nach Deutschland schaffen. Einen Impfstoff gibt es nicht.

Deutscher Bauernverband für Jagd auf Wildschweine
Morgenmagazin, 12.01.2018, Viktoria Kleber, RBB

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Bauernverband stellt Präventionsmaßnahmen vor

Der Bauernverband will heute in Berlin mögliche Präventionsmaßnahmen vorstellen. Dazu soll laut "Rheinischer Post" gehören, dass Polizisten bei Grenzkontrollen Hunde einsetzen, die auf Nahrungsmittel anschlagen. Erntehelfer müssten in ihren Sprachen informiert werden und Verpflichtungserklärungen unterschreiben. Schweinehaltende Betriebe müssten für die Reinigung und Desinfektion von Transportern sorgen.

Über dieses Thema berichtete das ARD-Morgenmagazin am 12. Januar 2018 um 05:45 Uhr.

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