Andrea Nahles | Bildquelle: AP

Kandidatur um SPD-Vorsitz Noch mehr Konkurrenz für Nahles

Stand: 14.02.2018 20:33 Uhr

Andrea Nahles' geplante Wahl zur neuen Vorsitzenden der SPD sollte ein Durchmarsch werden. Doch nun mehren sich die Gegenkandidaten. Inzwischen hat ein drittes SPD-Mitglied seinen Hut in den Ring geworfen.

Die Personalquerelen bei den Sozialdemokraten gehen weiter. Im Rennen um den Bundesvorsitz der Partei gehen immer mehr Bewerbungen ein. Nach der Bürgermeisterin von Flensburg und einem Berufsschullehrer aus Dithmarschen will ein weiteres SPD-Mitglied kandidieren: Der Rechtsanwalt Udo Schmitz aus Stadland bei Bremerhaven hat in einem Brief an den SPD-Vorstand seine Gegenkandidatur zu Andreas Nahles angekündigt.

Er könne nicht mit ansehen, "wie der komplette Parteivorstand die SPD im freien Fall abstürzen lässt", heißt es in dem Schreiben. "Anscheinend habt Ihr komplett jegliche Form von Bodenhaftung verloren." Zunächst hatte die "Bild"-Zeitung über die Pläne des Lokalpolitikers berichtet.

"Der Fisch stinkt vom Kopf"

Schmitz ist ehemaliger Mitarbeiter verschiedener SPD-Politiker wie Hans-Jochen Vogel und Renate Schmidt. "Es müssen noch viel mehr aufstehen und die Genossen da oben erden", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. "Der Fisch fängt immer am Kopf an zu stinken, deswegen muss man da oben anfangen."

Unterstützung von der Niedersachsen-SPD hat Schmitz für seine Kandidatur übrigens keine. "Der Landesverband unterstützt Andrea Nahles", sagte der Sprecher der Landes-SPD, Axel Rienhoff.

Kandidaten wollen "Alternative" sein

Auch die anderen beiden Kandidaten übten Kritik an der Parteispitze, die Nahles im Alleingang als Nachfolgerin für den zurückgetretenen Vorsitzenden Martin Schulz benannt hat. Flensburgs Oberbürgermeisterin Simone Lange sagte, sie wolle von den Wahlberechtigten "als Angebot betrachtet werden" und den Parteimitgliedern das ernsthafte Gefühl vermitteln, dass sie die Personalien in ihrer Partei mitbestimmen können.

Olaf Scholz ist kommissarischer Parteichef

Auf einem Sonderparteitag der SPD im April sollen die Parteimitglieder ihren neuen Vorsitzenden wählen. Nachdem Martin Schulz am Dienstag mit sofortiger Wirkung seinen Rücktritt erklärt hatte, führt Hamburgs Erster Bürgermeister Olaf Scholz als dienstältester Stellvertreter kommissarisch das Amt weiter. Die ursprüngliche Absicht der Bundesspitze, den Vorsitz sofort an Nahles weiterzugeben, war am Widerstand einzelner Landesverbände gescheitert.

Führende SPD-Politiker mahnen längst ein Ende der Personaldebatte an, darunter SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil, die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer und die bayerische SPD-Chefin Natascha Kohnen.

Über dieses Thema berichteten die tagesthemen am 13. Februar 2018 um 22:15 Uhr.

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