"Black Lives Matter"-Demonstration in St. Louis (Archivbild) | Bildquelle: REUTERS

US-Polizist entschädigt Nicht geschossen, Job verloren

Stand: 13.02.2018 16:13 Uhr

Er wollte nicht auf einen schwarzen Verdächtigen schießen und verlor daraufhin seinen Job. Ein weißer US-Polizist erhält deshalb nun eine Entschädigung. Sein Arbeitgeber vermeidet damit einen Prozess.

Ein US-Polizist bekommt 175.000 Dollar Entschädigung, nachdem er entlassen worden war, weil er nicht auf einen bewaffneten schwarzen Verdächtigen schießen wollte. Die Stadt Weirton im US-Bundesstaat West Virginia stimmte einem entsprechenden Vergleich zu, wie die Bürgerrechtsorganisation ACLU mitteilte.

Die Stadt vermeidet damit einen Prozess wegen unrechtmäßiger Entlassung. Der weiße Polizist Stephen Mader war im Mai 2016 wegen eines Falles von häuslicher Gewalt gerufen worden. Vor Ort traf er auf einen "sichtlich verstörten" Schwarzen, der die Hände hinter seinem Rücken hatte, wie die ACLU erklärte.

ACLU @ACLU
Officer Mader used de-escalation techniques instead of deadly force in an encounter with RJ Williams, a Black man with a gun. Mader was fired for NOT shooting. We sued on his behalf and won, but police to embrace de-escalation techniques to save lives. https://t.co/UxnDENDiyK

Polizist wollte deeskalieren

Der Polizist und Ex-Soldat forderte den 23-Jährigen auf, seine Hände zu zeigen - dabei kam eine Waffe zum Vorschein. Als der Polizist den Mann aufforderte, die Waffe fallenzulassen, weigerte dieser sich und forderte den Beamten auf, ihn zu erschießen.

"Anstatt zu schießen hat sich Mader seines militärischen Trainings besonnen und versucht, die Situation zu deeskalieren", berichtete die ACLU. Er habe seine Stimme gesenkt, dem Mann in die Augen geschaut und ihm versichert, dass er nicht schießen werde. Dann kamen aber zwei weitere Polizisten an.

Wegen Untätigkeit entlassen

Als der Verdächtige die Waffe hob, erschoss einer der Polizisten den Schwarzen mit vier Schüssen. Dessen Waffe erwies sich als ungeladen. Mader wurde wegen Untätigkeit entlassen. Der Schütze der tödlichen Schüsse wurde nicht belangt.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunknova am 13. Februar 2018 um 15:00 Uhr.

Darstellung: