US-Präsident Donald Trump | Bildquelle: dpa

"Drecksloch-Länder" UN nennen Trumps Äußerung "rassistisch"

Stand: 12.01.2018 12:37 Uhr

Weltweit ist das Entsetzen groß über die jüngste Äußerung von US-Präsident Trump. Die Vereinten Nationen verurteilten seine "Drecksloch-Länder"-Tirade als "rassistisch" und "schockierend". Auch aus Afrika kommt scharfe Kritik.

Ungewohnt undiplomatisch haben die Vereinten Nationen die Wortwahl von US-Präsident Donald Trump zu den Herkunftsländern bestimmter Migranten verurteilt. "Man kann das nicht anders nennen als 'rassistisch'", sagte der Sprecher des UN-Menschenrechtsbüros in Genf, Rupert Colville. Trump hatte Herkunftsländer von Einwanderern aus Afrika sowie Haiti laut Medienberichten als "Drecksloch-Länder" bezeichnet.

UN-Sprecher: "Schockierend und beschämend"

"Wenn das so stimmt, sind dies schockierende und beschämende Äußerungen des US-Präsidenten", erklärte Colville weiter. "Man kann nicht ganze Länder und Kontinente als Dreckslöcher bezeichnen, deren Einwohner, die alle nicht weiß sind, deshalb nicht willkommen sind." Es gehe nicht nur um eine vulgäre Sprachwahl. "Hier geht es darum, der schlimmsten Seite der Menschheit weiter die Tür zu öffnen und Rassismus und Ausländerfeindlichkeit zu billigen und zu fördern, was das Leben vieler Menschen zerstören könnte", sagte Colville.

Scharfe Kritik aus Afrika

Auch aus mehreren Ländern Afrikas erntete Trump scharfe Kritik. Seine Wortwahl widerspreche "jeglichem akzeptablen Verhalten", meinte Ebba Kalondo, eine Sprecherin des Chefs der Kommission der Afrikanischen Union. Die Äußerung sei besonders überraschend, da die USA noch immer ein weltweites Beispiel dafür seien , "wie Migration eine Nation geschaffen hat, die auf starken Werten von Vielfalt und Chancen beruht." Die Kommission sei "beunruhigt" über die Formulierung, sagte Kalondo.

Leanne Manas @LeanneManas
Good morning from the greatest most beautiful “shithole country” in the world!!!

Die südafrikanische Regierungspartei African National Congress (ANC) nannte Trumps Kommentar "beleidigend". Einige nahmen es auch mit Humor: "Guten Morgen aus dem besten schönsten 'Drecksloch-Land' der Welt!!!", twitterte eine Moderatorin des südafrikanischen TV-Senders SABC.

Demokraten und Republikaner kritisieren Trump

In den USA verurteilten sowohl Demokraten als auch einige Republikaner Trumps Verhalten. Die republikanische Kongressabgeordnete Mia Love, deren Familie aus Haiti stammt, nannte es "inakzeptabel für den Anführer unserer Nation". Der demokratische Senator Ben Cardin sagte: "Ich hätte nie geglaubt, dass so etwas aus dem Mund des Präsidenten der Vereinigten Staaten kommt. Das ist extrem schädlich."

Rep. Mia Love @RepMiaLove
Here is my statement on the President’s comments today: https://t.co/EdtsFjc2zL

Der "Washington Post" zufolge hatte Trump bei einem Gespräch mit Senatoren im Weißen Haus über den Schutzstatus bestimmter Einwanderer aus Haiti, El Salvador und afrikanischen Ländern gesprochen. Dabei soll er gefragt haben, warum so viele Menschen aus "Dreckslöchern" in die USA kommen müssten. Das Weiße Haus dementierte Trumps Wortwahl nicht. Ein Präsidentensprecher erklärte, während einige Politiker in Washington sich für fremde Länder einsetzten, werde "Trump immer für das amerikanische Volk kämpfen".

Drecksloch-Länder - Trump-Äußerungen sorgen für Empörung
Martin Ganslmeier, ARD Washington
12.01.2018 12:52 Uhr

Download der Audiodatei

Wir bieten dieses Audio in folgenden Formaten zum Download an:

Hinweis: Falls die Audiodatei beim Klicken nicht automatisch gespeichert wird, können Sie mit der rechten Maustaste klicken und "Ziel speichern unter ..." auswählen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 12. Januar 2018 um 12:00 Uhr.

Darstellung: