Eine ausgetrocknete Fläche nahe Kapstadt, Südafrika | Bildquelle: REUTERS

Dürre in Südafrika Wasserkrise ist nationale Katastrophe

Stand: 13.02.2018 15:22 Uhr

Seit rund drei Jahren hält die Dürre in Südafrika nun schon an - jetzt hat die Regierung sie zu einer nationalen Katastrophe erklärt. Dabei konnte die Wasserabschaltung in Kapstadt auf Juni verschoben werden.

Die südafrikanische Regierung hat angesichts der anhaltenden Dürre und des damit verbundenen akuten Wassermangels in Kapstadt den landesweiten Katastrophenzustand ausgerufen. Damit übernimmt die Regierung das Krisenmanagement. Das vom Chef des südafrikanischen Katastrophenschutzes unterzeichnete Dekret weist alle staatlichen Einrichtungen an, Notfallpläne zu erarbeiten, Soforthilfen zur Verfügung zu stellen und alle notwendigen Baumaßnahmen zum Kampf gegen den Wassermangel einzuleiten.

"Stunde Null" auf Juni verschoben

Kapstadts Hauptwasserrevoir | Bildquelle: AP
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Die anhaltende Dürre sorgt für Wasserknappheit in Kapstadt - das Hauptwasserreservoir der Stadt ist praktisch ausgetrocknet.

Kapstadt - die mit vier Millionen Einwohnern zweitgrößte Stadt Südafrikas - kämpft mit einer der schlimmsten Dürreperioden seit 100 Jahren. Dabei zeigen die Maßnahmen zur Reduktion des Wasserverbrauchs Wirkung: Die Stadtverwaltung erklärte, dass die als "Stunde Null" bezeichnete Abschaltung vom 11. Mai auf den 4. Juni verschoben werden konnte. Im Januar war noch der 21. April prognostiziert worden.

Die Ministerpräsidentin der Provinz Westkap, Helen Zille, warnte, dass die Gefahr einer Wasserabschaltung weiter bestehe. "Wir werden noch mehrere Monate (Wasser) sparen müssen, um die 'Stunde Null' zu besiegen." Kapstadts Trinkwasserreservoire sind in Folge einer mehrjährigen Dürre fast leer.

Wasserverbrauch muss weiter sinken

Der tägliche Wasserverbrauch in der Stadt ist der Verwaltung zufolge in der vergangenen Woche auf 526 Millionen Liter pro Tag gefallen, im Vorjahreszeitraum waren es noch 830 Millionen Liter pro Tag. Die Stadt geht davon aus, dass eine Abschaltung der Versorgung auch bei anhaltender Dürre verhindert werden kann, wenn der tägliche Verbrauch auf 450 Millionen Liter fällt. Bürger dürften weiterhin nicht mehr als 50 Liter Frischwasser pro Tag verwenden - das muss fürs Trinken, Duschen, Putzen, Kochen und Klospülen reichen. In Deutschland liegt der Verbrauch bei mehr als 120 Litern pro Person und Tag.

Kapstadts Anwohner stehen Schlange, um an einer natürlichen Wasserquelle Behälter mit Wasser zu füllen. | Bildquelle: dpa
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Kapstadts Anwohner stehen Schlange, um an einer natürlichen Wasserquelle Behälter mit Wasser zu füllen.

Sollte es zur "Stunde Null" kommen, würde die Wasserversorgung eingestellt und die Einwohner bekämen pro Tag je nur noch 25 Liter. Das Wasser müssten sie an 200 Verteilzentren unter Aufsicht von Militär und Polizei abholen. 25 Liter gelten international als Mindestmaß für Hygiene und Gesundheit.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 13. Februar 2018 um 17:15 Uhr in den Nachrichten.

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