Die russische und die olympische Flagge bei den Olympischen Winterspielen 2014 in Sotschi. | Bildquelle: AP

Putin zur IOC-Entscheidung "Kein Boykott der Winterspiele"

Stand: 06.12.2017 17:13 Uhr

Präsident Putin hat russischen Sportlern einen Start bei den Olympischen Winterspielen 2018 in Pyeongchang freigestellt - einen Boykott der Spiele soll es trotz der IOC-Entscheidung nicht geben. Antreten dürfen nur nachweislich nicht gedopte Athleten - unter neutraler Flagge.

Nach der Entscheidung des Internationalen Olympischen Komitees (IOC), bei den kommenden Olympischen Winterspielen keine Sportler unter russischer Flagge antreten zu lassen, hat sich der russische Präsident Wladimir Putin gegen einen Boykott der Spiele im südkoreanischen Pyeongchang entschieden. "Wir werden mit Sicherheit keinerlei Boykott erklären", sagte er russischen Nachrichtenagenturen zufolge. Russische Athleten sollen nicht daran gehindert werden, unter neutraler Flagge teilzunehmen.

Putin sagte aber auch, dass die endgültige Entscheidung von der Versammlung der olympischen Athleten und des russischen Nationalen Olympischen Komitees getroffen werden soll, die für kommende Woche geplant ist.

Putin steht mit Sportlern vor den Olympischen Ringen in Sotschi | Bildquelle: picture alliance / dpa
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Präsident Putin hat russischen Sportlern (hier vor den olympischen Ringen in Sotschi 2014) die Teilnahme an den Winterspielen 2018 freigestellt.

Russland als Nation ausgeschlossen

Am Montag hatte das IOC beschlossen, Russland als Nation nicht bei den Winterspielen 2018 antreten zu lassen. Unter neutraler Flagge dürfen allerdings Sportler teilnehmen, wenn sie nachweislich nicht gedopt haben.

Grund für den Ausschluss ist jahrelanges, systematisches und staatlich gedecktes Doping in Russland. Wegen mutmaßlicher Dopingverstöße bei den Winterspielen 2014 im russischen Sotschi waren in den vergangenen Wochen mehr als 20 Sportler lebenslang gesperrt worden. IOC-Ermittler waren dem Verdacht nachgegangen, wonach viele Russen verbotene leistungssteigernde Mittel einnahmen. Auch sollen Laborproben manipuliert worden sein.

"Harte Entscheidung"

Putin hatte vor der IOC-Entscheidung vor einer "ernsthaften Schädigung der olympischen Bewegung" gewarnt. Es gebe zwei Optionen. "Entweder Russland zu zwingen, unter neutraler Flagge anzutreten, oder es überhaupt nicht zu den Olympischen Spielen zuzulassen", erklärte Putin. "Jede ist eine Erniedrigung für das Land."

Der Präsident des Nationalen Olympischen Komitees, Alexander Schukow, hatte die Entscheidung als hart bezeichnet. Er erklärte aber auch: "Es ist sehr wichtig, dass das IOC damit einen Punkt hinter die Doping-Affäre setzen möchte. Sie sehen ein, dass wir kolossale Arbeit geleistet haben, um unser Anti-Doping-System in Ordnung zu bringen. Aber natürlich ist das Fehlen der Flagge und der Hymne ein großes Minus."

22 Einsprüche beim CAS

Inzwischen legten 22 Athleten Einspruch beim Internationalen Sportgerichtshof CAS gegen ihre Sperren sowie die Annullierung ihrer Ergebnisse von Sotschi 2014 ein. Sie beantragten ein Urteil bis zum Beginn der Winterspiele in Pyeongchang am 9. Februar. Unter den Klägern sind auch die Olympiasieger Alexander Subkow (Bob), Alexander Legkow (Langlauf) und Alexander Tretjakow (Skeleton).

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