Flugzeugabsturz in Russland - Suche nach Opfern | Bildquelle: REUTERS

Flugzeugunglück in Russland Absturzursache Instrumentenfehler?

Stand: 13.02.2018 16:30 Uhr

Fehlerhafte Instrumente könnten den Absturz eines russischen Flugzeuges mit 71 Todesopfern verursacht haben. Das ergab eine vorläufige Analyse der Flugschreiber. Weitere Ergebnisse stehen noch aus.

Instrumentenfehler könnten ersten Ermittlungen zufolge den Absturz eines russischen Flugzeuges mit 71 Todesopfern verursacht haben. Eine vorläufige Analyse der Flugschreiber habe ergeben, dass die Piloten möglicherweise falsche Angaben zur Geschwindigkeit erhielten, teilte die Flugaufsicht in Moskau mit.

Weil die Sensoren vereist gewesen seien, konnten sie keine korrekten Daten weiterleiten, hieß es der Agentur Interfax zufolge in einer Mitteilung. Dies könnte den Fehler ausgelöst haben.

Berichten zufolge kann auch menschliches Versagen nicht vollkommen ausgeschlossen werden. Die Heizanlage hätte für die Messinstrumente aktiviert werden müssen. Ob sie jedoch nicht eingeschaltet wurde, weil der Pilot es versäumt hatte oder weil der Schalter defekt war und nicht umgelegt werden konnte, darüber könne man derzeit nur spekulieren, so ein Moskau-Korrespondent der Nachrichtenagentur dpa.

Rettungsteams suchen nach Wrackteilen der abgestürzten Saratow-Maschine | Bildquelle: REUTERS
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Rettungsteams suchten im Schnee nach Wrackteilen der abgestürzten Saratow-Maschine.

Kein Überlebender

Die Antonow-148 der russischen Saratow Airlines war am Sonntag wenige Minuten nach dem Start nahe dem Moskauer Flughafen Domodedowo abgestürzt. Der Aufprall muss heftig gewesen sein. Das Staatsfernsehen zeigte wackelige Bilder von kleinen und großen Trümmerteilen. Sie lagen über weite Strecken im tiefen Schnee auf einer Ebene verteilt. Keiner der Insassen überlebte das Unglück. An Bord waren Berichten zufolge auch drei Kinder und zwei oder drei Ausländer, darunter ein Schweizer.

Ermittler gingen zunächst von menschlichem Versagen oder schwierigen Wetterbedingungen aus. Das Flugzeug war unterwegs in die Stadt Orsk, die rund 1500 Kilometer von Moskau entfernt nahe der Grenze zu Kasachstan liegt.

Am Tag nach dem Absturz
Sabine Stöhr, ARD Moskau
12.02.2018 16:31 Uhr

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Über dieses Thema berichteten am 13. Februar 2018 Inforadio um 16:25 Uhr sowie MDR aktuell um 16:30 Uhr in den Nachrichten.

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