Flugzeugabsturz in Russland - Suche nach Opfern | Bildquelle: REUTERS

Flugzeugabsturz in Russland Suche nach Opfern in Eis und Schnee

Stand: 12.02.2018 07:34 Uhr

Der Absturz eines russischen Passagierjets gibt den Behörden weiterhin Rätsel auf - die Piloten hatten keine technischen Probleme gemeldet. Jetzt hoffen Ermittler auf die Auswertung der Flugschreiber.

Nach dem Absturz eines russischen Passagierflugzeugs mit 71 Menschen an Bord sind die Arbeiten zur Bergung der Toten bei Eis und Schnee fortgesetzt worden. Keiner der Insassen der Antonow-148 der Fluggesellschaft Saratow Airlines hat den Absturz überlebt.

Die Maschine war wenige Minuten nach dem Start in Moskau vom Hauptstadt-Flughafen Domodedowo vom Radar verschwunden und auf einem Feld im Bezirk Ramenskoje südöstlich von Moskau zerschellt. Der Aufprall muss heftig gewesen sein. Das Staatsfernsehen zeigte wackelige Bilder von kleinen und großen Trümmerteilen. Sie lagen über weite Strecken im tiefen Schnee auf einer Ebene verteilt.

Suche nach den Opfern

Heute sollen Video-Drohnen Aufnahmen der Absturzstelle machen, um die Suche nach Opfern zu unterstützen. Zudem werden die Suchtrupps mit Schneemobilen ausgerüstet.

Zur möglichen Unglücksursache wollten sich Experten vorerst nicht äußern. Aus der Fluggesellschaft verlautete lediglich, die Maschine sei vor dem Start überprüft worden, es habe keine Unregelmäßigkeiten gegeben. Das Flugzeug habe erst im Januar einen sogenannten C-Check durchlaufen, bei dem Triebwerke und Struktur der Maschine in einem langwierigen, etwa zweiwöchigen Verfahren besonders genau überprüft werden. Die Besatzung habe keinerlei technische Probleme nach dem Start auf dem Flughafen Domodewo gemeldet, teilte eine Sprecherin des Ermittlungskomitees mit. Inzwischen haben die Einsatzkräfte die Flugschreiber nahe der Absturzstelle gefunden. Einer hat zwar leichte Schäden, die Ermittler können die Daten aber auswerten, hieß es der Agentur Interfax zufolge.

Rettungsteams suchen nach Wrackteilen der abgestürzten Saratow-Maschine | Bildquelle: REUTERS
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Rettungsteams suchen nach Wrackteilen der abgestürzten Saratow-Maschine.

Kinder an Bord

Das Flugzeug war unterwegs in die Stadt Orsk nahe der Grenze zu Kasachstan, rund 1500 Kilometer von Moskau entfernt. Die meisten Fluggäste seien Bewohner des Gebietes Orenburg, zu dem Orsk mit rund 230.000 Einwohnern gehört. An Bord waren Berichten zufolge auch drei Kinder und zwei oder drei Ausländer, darunter ein Schweizer.

Präsident Wladimir Putin sprach den Angehörigen der Opfer sein Beileid aus. Er wies die Regierung an, eine Untersuchungskommission einzusetzen. Die Ermittlungsbehörde und die Staatsanwaltschaft gehen möglichen Verstößen gegen die Flugsicherheitsvorschriften nach.

Anteilnahme der Regierung

Auch die Bundesregierung in Berlin drückte den Angehörigen ihr Mitgefühl aus. "Erschüttert über die schrecklichen Nachrichten vom Flugzeugabsturz in der Nähe von Moskau. Wir trauern mit den Menschen in Russland um die Opfer der Katastrophe", schrieb Regierungssprecher Steffen Seibert bei Twitter. Die USA sprachen Russland ebenfalls ihre Anteilnahme aus. "Wir sind zutiefst traurig über den tragischen Tod jener an Bord von Saratow Airlines Flug 703", hieß es in einer schriftlichen Erklärung des Weißen Haues.

Die relativ kleine Fluggesellschaft Saratow Airlines wurde 1994 gegründet. Sie bietet nationale und internationale Flüge an. Auch die Airline werde überprüft, hieß es. Das Flugzeug sei acht Jahre alt gewesen, Saratow Airlines habe es 2017 von der Billigairline Rossija übernommen, berichtete Tass.

Die abgestürzte An-148 kann bis zu 85 Menschen befördern und hat eine Reichweite von rund 4000 Kilometern. Sie ist eine zweistrahlige Maschine für Regionalflüge und wird vom ukrainischen Hersteller Antonow gebaut.

Am Tag nach dem Absturz
Sabine Stöhr, ARD Moskau
12.02.2018 16:31 Uhr

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Über dieses Thema berichtete die tagesschau am 12. Februar 2018 um 04:46 Uhr.

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